Mittwoch, 8. April 2009

Das Pentagon, Robert Gates und die Reform

Sparmassnahmen im Pentagon. - Die Katze ist aus dem Sack.
07/04/2009
Der US-Verteidigungsminister Robert Gates hat gestern die großen Linien des Haushaltsplans für das nächste Jahr (FY2009) vorgelegt. Diesem Haushaltsplan muss jetzt das Weisse Haus zustimmen bevor er beim Kongress vorgelegt werden kann.

Es handelt sich bei diesem Haushaltsplan um die Bestätigung einer grundlegender Reform des Pentagons und einer Neuorientierung der strategische Ausrichtung der US-Streitkräften.
Einen Schwerpunkt der Reform, soll die Beschaffungspolitik des Pentagon sein.
Die Streitkräfte sollen besser für unkonventionelle Konflikte (Kriege der 4. Generation) ausgestattet werden. Ebenfalls sollen die Ausgaben zur Beschaffung extrem teueren, und bei diesen Konflikte, kaum brauchbare, Waffensysteme eingeschränkt werden.

Im Kongress ist man im Moment noch zurückhaltend und begrüsst die „Sparmassnahmen“, dies wird sich aber bald ändern, wenn dann mal klar ist was genau und vor allem wo „gespart“ wird. Und ganz klar wird gesagt, dass der Haushalt der Zustimmung des Kongress braucht.

zustimmen, bevor er dem Kongress zur Bewilligung vorgelegt werden kann, wo noch heftiger Widerstand, aus diversen Lagern, zu erwarten ist.

Die Website DoDBuzz.com, schreibt am 7. April:
«Regardless of who won and lost in Gates’ plan, what will really matter now is how Congress reacts. So far, Hill reaction to the Gates’ moves is cautiously supportive. House Armed Services Committee Chairman Rep. Ike Skelton (D-Mo.) called it “a good faith effort” but pointedly noted that, “the buck stops with Congress which has the critical Constitutional responsibility to decide whether to support these proposals.”
»Rep. Murtha praised Gates for taking “an important first step in balancing the Department’s wants with our nation’s needs. For far too long, the Defense Department has failed to address these challenges, and I applaud the Secretary for conducting this comprehensive review.” But he echoed Skelton’s comments that Congress will have the next say in how the nation spends its treasure.»

Am härtesten getroffen durch die Sparmassnahmen ist die USAF, der Daily Digest der Air Force Association präsentierte am 6. April eine Liste der betroffenen Programme:

Gates Sharpens His Axe:
Defense Secretary Robert Gates announced sweeping cuts in defense programs today, the budget axe falling particularly hard on Air Force systems.
n F-22: End the buy at 187 aircraft.
n F-35: Accelerate the buy in 2010 to increase the number of test assets available; in the end there will be about a dozen fewer aircraft.
n Air Force Fighters: Retire 250 fighters.(F-15 und F-16) in Fiscal 2010 (Air Force request)
n Combat Search and Rescue Helicopter: Terminated.
n New Tanker: The KC-X program will go forward; request for bids expected this summer; Gates is still adamant on not having a split buy.
n Transformational Satellite: Terminated; instead will purchase two additional Advanced Extremely High Frequency communications satellites.
n Airborne Laser: Terminate the second aircraft, relegate the existing asset to research only.
n C-17: End the line; the 205 now in service or on order are sufficient.
n 2018 Bomber: Postponed.
Gates Vorschläge, wenn sie gebilligt werden sollten, bedeuten das Ende des „F-22 Raptor“ Programms und, dass der „F-35 Joint Strike Fighter (JSF) die Rolle des Arbeitspferdes der Luftwaffe übernehmen soll.
(Die Entscheidung für den F-35 hängt mit grosser Wahrscheinlichkeit damit zusammen, dass das Flugzeug auch an andere Staaten ausgeliefert werden soll, was beim F-22 nicht der Fall ist.)

Mit dieser Entscheidung wird der USAF die „Verantwortung“ für den Erfolg des F-35 Programms übertragen. (Dieser Erfolg ist aber alles andere als sicher, hat doch dieses Flugzeug in den letzten Jahren einiges an negativen Schlagzeilen gemacht.)
Zu bemerken wäre noch, dass der F-35 noch nicht serienreif ist (es sind erst ein Paar Vor-Serien Flugzeuge in der Testphase) und, dass es mit den Partner Staaten noch erheblichen Streit gibt betreffend den Kosten, der Ausrüstung, und der (mögliche) Umrüstung der Flugzeuge nach der Auslieferung.

Diese Beschleunigung des JSF Programms birgt für die USAF ein grosses Risiko, befindet sie sich doch jetzt schon in einer Krise (diverse Probleme technischer Natur bei den schon etwas betagten F-15 und F-16), ist aber auf kurze Sicht die einzige Möglichkeit die Überlegenheit der USAF zu erhalten.

Robert Gates Wahl, das JSF Programm vor zu ziehen hat viel mit Verpflichtungen gegenüber den Partnern im JSF Programm zu tun. Dass die Förderung des JSF Programms grosse Risiken birgt ist sich Robert Gates bewusst. Verbindet er doch, auf einer radikale Art, das Schicksal der USAF

mit dem eines einzigen Entwicklungsprogramm. Ein Programm, dessen Erfolg nicht garantiert ist, und welches schon mehrmals in Frage gestellt wurde.
In gewisser Hinsicht dient die USAF als Versuchskaninchen im grossen Reform Programm.
Robert Gates Vorschläge und Vorgaben zur Umgestaltung der USAF, bedeuten aber auch, dass der Luftwaffe eine grosse Verantwortung übertragen wird. Betrifft doch das JSF Programm auch die Navy, das US-Marines-Corps, sowie einige Partner-Staaten in Europa, Asien, und Nahost.

Ein Paar Artikel zum Thema :

Gates Starts Huge Acquisition Shift; Congress Wary
Gates Sharpens His Axe
No Requirement Beyond 187
JSF: Accelerating Procurement before Completing Development Increases the Government’s Financial Risk
Gates’s Cuts to an Array of Weapons Bring a Fight






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