Samstag, 31. Januar 2009

Der Fehler ist im system

Seit Wochen und Monaten wird Weltweit auf den Bankern herum gehackt, da steht wieder mal die ganze Zunft im Rampenlicht. Diesmal nur im Negative.

Aber sind es nur die Banker die den Schaden angerichtet haben?

Ist das Problem nicht viel Tiefgreifender als es manche sehen wollen?

In der Schweiz, z.B. gehen zurzeit die Wogen hoch und der Volkszorn ergiesst sich über die Mitarbeiter der Banken, vor allem die der UBS. Dass das ganze auch eine starke Welle an Populismus beinhaltet versteht sich von selbst, ist aber auch verständlich.

Warum regen sich die sonst eher ruhigen Eidgenossen so auf?


Hat doch die UBS, nachdem ca. 40 Milliarden Abgeschrieben werden mussten, einen Teil ihrer Schrottpapiere (für so läppische 68 Milliarden) beim Staat abladen können und dazu noch ein eine Finanzhilfe von 6 Milliarden vom Bund erhalten. Diese Aktionen hatten schon für Aufregung gesorgt waren aber, mit guter Kommunikation (sprich Propaganda), dem Volk noch zu verkaufen.


Als dann im Januar 2009 die Meldungen über das Ausschütten von „Bonus“ und „Variablen Lohnanteilen“ in Höhe von ca. 2 Milliarden bekannt gegeben wurde fing es gewaltig an zu Rumoren.

Sind solche Auszahlungen eigentlich vertretbar wenn einen Konzern (hier eine Bank) am Rande der Pleite vorbei geschrammt ist? Ist es moralisch vertretbar Gelder aus dem Steueraufkommen dazu zu verwenden?

Es kann sein das einen Teil dieser Auszahlungen vertraglich gemacht werden müssten, aber, denn es gibt ein „aber“, was macht denn die „Finanzbranche“ so anders?

In Teile der Wirtschaft wird auf Kurzarbeit geschaltet, mit entsprechender Lohn und Gehaltseinbussen, wird Personal abgebaut, werden Löhne und Gehälter gesenkt. In der Finanzbranche scheinen andere Gesetze zu gelten.

Wenn eine Firma Xy bei einer Bank einen Kredit beantragen würde und sich ähnlich gebärden würde wie die Finanzhäuser, wäre die Antwort wohl ein „Nein es gibt keinen Kredit mehr“

In Wahrheit gelten in der Finanzbranche tatsächlich andere Gesetze und Regeln.

Nicht, dass es sich um unumstössliche Naturgesetze halten würde, sie sind auch von Menschen gemacht!

Nicht, dass die Bankangestellten zu Prügelknaben gemacht werden sollen! Viele machen einen guten Job und werden kritisiert für Fehler die in den oberen Etagen gemacht werden (nicht nur bei der UBS).

Die Finanzwelt hat sich von der reale Wirtschaft längst abgekoppelt und einige Manager und Investoren (ja, sie nennen sich Investoren) haben in ihrer Grenzenlosen Gier der letzte Rest von Ethik und Moral verloren. Zum Beispiel Herr Ackermann mit seinem Gerede von 25% Rendite! (auf langer Sicht).

Alles war auf Luft aufgebaut und musste früher oder später zusammenbrechen.

Wer jetzt noch an das Neoliberale Mantra glaubt ist unverbesserlich!

Das System als ganzes, das Angelsächsische Wirtschaftssystem (Neoliberale Globalisierung und Deregulierung, Shareholdervalue als Hauptziel ), hat versagt. Dieses System ist nur Dschungelkapitalismus und die Perversion der Freie Marktwirtschaft. Ende des 19.Jhd wurden die deutschen Kommunisten, Sozialisten und Sozialdemokraten als Vaterlandslose Gesellen beschimpft.

Heute trifft das eher auf die Manager der Grosskonzerne zu.


Zelokan 2009/01/31

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