Donnerstag, 11. September 2008

Die NATO und der Traum

Georgien und die Ukraine in die NATO aufnehmen zu wollen klingt gut. Stellt sich nur die Frage, ob es in beiden Staaten noch eine Regierungsmehrheit und die nötige politische Stabilität gibt die für diesen Schritt notwendig wären.

In der Ukraine ist die Sache so gut wie gelaufen, die Regierungskoalition ist schon zerbrochen und Präsident Viktor Juschtschenko kämpft ums politische Überleben. Die wahrscheinlich neue Koalitionsregierung mit Julia Timoschenko und dem Pro-Russischen Viktor Janukovitsch wird diesen Schritt kaum tun.

In Georgien könnte es auch sehr bald ähnlich sein.
In einem ersten und sehr heftigen politischen Angriff, wurde den sofortigen Rücktritt des georgischen Präsidenten Mikheil Saakaschwili verlangt.
Die Opposition kehrt, nach einer obligate „Pause“ für die Dauer des Krieges, zu einer sehr kritische Haltung zurück, sogar noch virulenter als zuvor.
Während im Westen die, virtualistische und konformistische, Medienwelt noch immer die offizielle Sirenengesänge verbreitet, über das kleine unschuldige Land, über die barbarische Tat der Russen und etwas leiser auch über den Verrat des Westens an Georgien, haltet sich die Opposition lieber an die Fakten. Mikheil Saakaschwili wird an den Pranger gestellt und beschuldigt diesen Krieg einseitig provoziert zu haben.


Ausschnitt aus der DPA Pressemeldung vom 9 September / auch auf Monsters and Critics.com einsehbar.

«As peace talks try to defuse the Georgian crisis, Georgia's opposition sparked the first calls Tuesday for President Mikheil Saakashvili's resignation. Two opposition politicians broke an unspoken truce that held during the open conflict with Russia last month to demand early elections. […]

»David Gamkredlidze, head of the New Right party, said he expected to be branded a “traitor and Russian agent” by the ruling party for his words. “Despite numerous warnings Saakashvili unilaterally took the criminal and irresponsible decision to shell [the South Ossetian capital] Tskhinvali, which led to catastrophic consequences for the country,” Gamkredlidze said Tuesday. “Saakashvili no longer holds either political or moral right to be the president of Georgia or commander-in-chief,” he was quoted by local media as saying.

»Sakkashvili came under fire for the scale of the military defeat and for erring in his choice of allies. “As a result of this defeat over a thousand of our citizens were killed and wounded; over 100,000 people were forcefully displaced; the Georgian army is disintegrated, disarmed and demoralized,” Gamkrelidze said at a news conference in Tbilisi after a visit to Washington.

»Opposition leader Shalva Natelashvili of the Labour party a day earlier accused Saakashvili of unthinkingly turning Georgia into the victim of US-Russian rivalry. Over 80 prominent organizations and individuals wrote an open letter asking for an end to government war propaganda. “Extensive propaganda is currently underway, blaming the catastrophic consequences on everyone – an aggressive Russia, an ignorant West (which, it is claimed, ignored the Georgian leader's warnings), the opposition, Russian spies, etc. – everyone, but not the authorities themselves,” the letter published in the Georgian daily Resonansi said.»


David Gamkredlidze, einer der Oppositionsführer sagt «Ich erwarte für diese Kritik als Verräter und russischen Agenten gebrandmarkt zu werden“.
Der einzige Vorwurf der
Mikheil Saakaschwili bis jetzt noch nicht gemacht wurde, ist der eine Kreatur des Westens zu sein.

Für die NATO wird die Lage jetzt sehr heikel. Die Lage in der Ukraine und in Georgien verschärft sich zusehend zwischen einer dünne pro-westliche Führungsschicht und einer wachsende Opposition in der Bevölkerung gegen eine abenteuerliche anti-russische Politik.


Quellen:

http://www.dedefensa.org/article-la_georgie_apres_l_ukraine_10_09_2008.html

http://www.monstersandcritics.com/news/europe/news/article_1429726.php/Georgian_opposition_members_demand_Saakashvilis_resignation



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