Freitag, 29. August 2008

Desorientiert und schizophren


So könnte man die europäische Reaktionen auf die Kaukasus-Krise nennen.

Wenn am Montag die EU zu ihrem Gipfel zusammen trifft wird man feststellen, dass die Erwartungen an konkrete Resultate wieder mal grotesk überhöht sind.
Die französische EU-Präsidentschaft hatte Nicolas Sarkozy die Möglichkeit gegeben die Initiative zu ergreifen und in der Kaukasus-Krise für die EU einen diplomatischen Erfolg einzufahren.

Allerdings hat sich inzwischen einiges geändert und die EU ist wieder in ihre gewohnte Politik des lavieren zurückgefallen.
Nach dem Getöse der letzten Tage, (Isolierung Russlands, Bestraffung Russlands usw.), sieht es so aus, dass vor allem grosse Uneinigkeit herrsche.
Ob am Gipfel Sanktionen beschlossen werden ist eher unwahrscheinlich.
Die Europäische "Politik" ist zurzeit sehr stark betroffen von einer Steigerung in die Extremen.
Einfach gesagt; die EU möchte Russland bestraffen (als guter Untertan der USA wird das erwartet), aber die EU möchte Russland auch als Partner.

Die Nato hat in den letzten Tage mit ähnlich krampfhaften Reaktionen beschlossen zu erst mal nichts zu tun.

Die USA die schon in Afghanistan und Irak im Morast stecken sind trotz grossen Aufschreis nicht in der Lage zu reagieren, zumindest nicht im passenden Rahmen.

Diese Krise bestätigt auf eindrücklicher Weise die System-Krise der Westlichen Welt.

Nach dem Zusammenbruch der Sowjet-Union hatte man sich als die grossen Sieger selbst gefeiert und das Ende der Geschichte ausgerufen.
Nun stellt der Westen mit Erschrecken fest, die Geschichte geht weiter. Und nicht alle Mitspieler im globalen Schachspiel wollen sich einfach so unterwerfen.


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